‘Picture Impossible’ – Valokuva vs. Hannoi

‘Picture Impossible’ – Valokuva vs. Hannoi

Die Vorgeschichte

Weil Hannoi und ich uns im Forum immer so schön gegenseitig vor den Bus werfen, kam jemand neulich auf die Idee, man solle uns doch mal eine TV-Show geben. Daraus entwickelte sich dann nach einiger Spinnerei eine Foto-Challenge.

Die Challenge

Als Spielleiter haben wir uns ausgerechnet einen Braunschweiger ausgesucht. Sören wird Vorschläge der Community sammeln. Wir haben dann einen Monat Zeit, ein einziges Bild abzuliefern, das dann anonym zur Abstimmung gestellt und durch die Community bewertet wird.

Die Regeln

– Landschafts- und Architektur-Motive im weitesten Sinn.

– Die Aufgaben müssen unter Berücksichtigung der jeweilig gültigen Corona-Verordnung zeitlich und räumlich darstellbar sein. Also nix irgendwo in Transnistrien oder so.

– Sobald sich auf ein Motiv geeinigt wurde, haben wir max. 30 Tage Zeit, ein Bild abzuliefern.

– Wir dürfen nur Brennweiten im Bereich von 28 bis 70 mm nutzen. Das soll keine Materialschlacht werden und in dem Bereich haben wir beide ein Objektiv zur Verfügung.

– Bildbearbeitung ist nicht erlaubt! Erlaubt ist nur Zuschneiden und Drehen des Bildes. Keine Veränderung in Farbe/Konstrast/etc., kein ‘Wegstempeln’ von im Weg stehenden Enten oder Baukränen. (Das war übrigens Hannois Idee, weil er sich in Lightroom unterlegen fühlt. Müßíg zu erwähnen, wer letztlich am lautesten über diese Regel gejammert hat.)

– Keine Archivbilder. Alle eingereichten Fotos müssen für diesen Wettbewerb entstanden sein.

Die Aufgabe

Fotografiere ein deutsches Nationaldenkmal im Sonnenuntergang!

Klingt im ersten Moment lösbar, entpuppte sich aber als eine echte Arschloch-Aufgabe! Nationaldenkmäler gibt es nämlich gar nicht so viele, laut Wikipedia genau 20 Stück. Davon immerhin eins bei mir in der Nähe. Außerdem ist es eine echte Herausforderung, so einen Steinhaufen vor einem Sonnenuntergang zu fotografieren. Ausgebrannter Himmel, oder zappendusterer Steinhaufen – die Wahl du hast, sagt Yoda. Wir erinnern uns, keine Nachbearbeitung.

Die Planung

Quasi sofort hatte ich ein Bild im Kopf. Blöderweise ist Berlin 500 km entfernt und zum Sonnenaufgang nicht so einfach zu erreichen, gerade, weil man nirgendwo pennen darf. Mein erster Gedanke war: Siegessäule im Morgenrot mit Lichtspuren der Autos drum herum. Joa, nicht darstellbar. Leider.

Die Dortmunder Hohensyburg ist immerhin in der Nähe, aber der Winkel für Sonnenauf- bzw. Untergang passt eigentlich überhaupt nicht.

Mal vorsichtig bei Hannoi vorgefühlt, was der wohl vor hat. Mir war eigentlich schon klar, dass der es in Porta Westfalica versucht, das ist ja ein Gnomenweitwurf von ihm entfernt. Da wir beide am Ostersamstag mächtig Langeweile hatten, taten wir uns kurzerhand zusammen und fuhren nach Porta.

Erster Versuch

Also ab ins Auto und nach Porta Westfalica. Das dortige Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist eins der bekannteren der Nationaldenkmäler, kann man es doch von der nahe gelegenen A2 recht gut sehen. Gerade im Dunkeln, wenn es beleuchtet ist. Gegenüber dieses ‘Berges’, auf dem das Denkmal steht, ist ein weiterer ‘Berg’, die so genannte Porta-Kanzel. Von dort hat man freie Sicht auf das Denkmal gegenüber und thront ca. 150 Meter über der Weser, die hier aus dem Weserbergland in die Norddeutsche Tiefebene übergeht.

Als wir auf der Porta-Kanzel ankamen, fiel mir Kunststoff-Konfetti in Herzform auf, das hier überall im Wald herumlag. Manche Leute sollte man pausenlos an die Wand klatschen! Später erzählte uns ein Passant, dass hier vor einigen Wochen ziemliches Drama war, denn diese Herzchen waren wohl Teil eines Heiratsantrages, den der Bräutigam mit allerhand Kerzen ausgeschmückt haben soll. Es kam, wie es kommen musste, von unten sah es aus, als würde der Jakobsberg brennen und die Feuerwehr rückte an. Dürfte ein ziemlich teurer Heiratsantrag gewesen sein – Karma is a bitch!

Nikon Z6 & Nikkor 24-70 f/4 | 6s | f/11 | ISO 50 | 70 mm KB

Der vorher ausgeheckte Plan sah vor, dass die Sonne genau hinter dem Denkmal untergeht. Das hat sie dann auch getan, nur blöderweise, ohne das Denkmal vorher nochmal anzuleuchten. Heller Himmel, quasi schwarzer Vordergrund…hmm, klappte nur mäßig. Mich rettete ein kleines Sportflugzeug, das zufällig durch meinen Bildausschnitt flog. Also beschloss ich, es dabei zu belassen und einfach minimalistisch mit Silhouetten zu arbeiten.

Wir blieben noch etwas für die Blaue Stunde, denn nun war auch das Denkmal beleuchtet. Blöderweise war es an dem Abend recht windig, sodass mir ein paar Sträucher in die Langzeitbelichtung hereinwehten.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal & Weser | Nikon Z6 & Nikkor 24-70 f/4 | 25s | f/11 | ISO 50 | 24 mm KB

Zweiter Versuch

Dann kam Ostern und eine Schlechtwetterfront mit allerhand Schneetreiben. Und dann kam die Ausgangssperre. Zum Sonnenuntergang in Koblenz und vor 22 Uhr wieder zuhause sein? Keine Chance! Deshalb ist es DAS Bild geworden und ich hoffe, dass Hannoi ähnlich viel Glück hatte wie ich. Er war noch ein zweites Mal in Porta, das muss aber ähnlich ‘ergiebig’ gewesen sein, wie der erste Versuch.

Das Ergebnis

Bild 1:

Nikon Z6 & Nikkor 24-70 f/4 | 1/640s | f/9 | ISO 100 | 62 mm KB

Bild 2:

Olympus E-PL 8 & M.ZUIKO DIGITAL ED 14‑42mm F3.5‑5.6 | 1/50s | f/8 | ISO 200 | 28 mm KB

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ich bekam sogar ein Mal 10 Punkte. Grüße gehen raus nach Dortmund. Heja BVB!

Der Endstand lautete 174 zu 168 für mich, was bei 27 abgegebenen Stimmen einen Schnitt von 6,4 zu 6,2 ergibt.

Hannoi hat versehentlich das falsche Bild hochgeladen, bei dem ein Teil des Denkmals oben abgeschnitten ist. Ich denke, das hat den Ausschlag gegeben, zumindest haben es einige geschrieben. Meins war für einige am Thema vorbei. Verstehe ich gar nicht, ist doch klar zu erkennen, der olle Wilhelm. *husthust*

Es war knapp, es hat Spaß gemacht und letztlich ist es mir auch völlig wurscht, wer das Ding nun gewonnen hat. Es geht um Ausprobieren, planen, Gedanken machen.

Neue Challenge?

Klar! Aber was das sein wird, verrate ich dir nächsten Monat. Nur so viel, es hat mit meinen ‘Lieblingstieren’ zu tun. Stay tuned…

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