Billige und einfache Datensicherung für deine Fotos – Besser als nix!

Billige und einfache Datensicherung für deine Fotos – Besser als nix!

Oh, ein neues Video von Andy Grabo. Sein PC hat gebrannt? Huch. Er fragt in die Kamera “hast du eigentlich eine Datensicherung?” Ich fühle mich ertappt. Öhm, ähm, äh… Datensicherung… ja… hmm… also ich hab alle Jubeljahre mal ein Back-Up auf meiner externen Festplatte gemacht, zählt das auch? Spoiler: Nein!

Machen wir uns nichts vor, Datensicherung ist ungefähr so attraktiv wie eine Kaffeefahrt zu einem Landgasthof ins Sauerland. Aber du solltest dich damit auseinandersetzen, schließlich liegen alle deine Fotos und somit die gesamte Existenz deines Hobbys üblicherweise auf deiner Festplatte. Und die Frage ist nicht, ob deine Festplatte stirbt, sondern wann sie es tut. Jedes Speichermedium hat eine Lebensdauer und die ist zwangsläufig irgendwann vorbei. ie Frage ist dann, wie gut dein Back-Up ist. Hast du überhaupt eins? Wenn nein, solltest du das schnell in Angriff nehmen, denn wenn deine Festplatte erstmal über’n Deister ist, sind im Zweifelsfall deine Fotos der letzten 10 Jahre weg. Futsch. Lost. Verloren. Hinüber.

Es gibt verschiedene Tools, mit denen du den Zustand deiner Festplatte auslesen kannst. Ich nutze CrystalDiskInfo. Bei meiner Systemfestplatte ist alles gut – 91%.

Verschiedene Möglichkeiten zur Datensicherung

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, deiner Fantasie und deinem Geldbeutel sind da fast keine Grenzen gesetzt. Hier will ich exemplarisch ein paar Möglichkeiten vorstellen:

  • Wenn dir die Sicherung deiner JPEGs reicht, kannst du sie natürlich auf einem Bilderhoster hochladen. 500px z.B. bietet dir unbegrenzten Speicherplatz schon für lau, du kannst aber nur 7 Bilder pro Woche hochladen. Ein Pro-Abo kostet ungefähr 50€ pro Jahr.
  • Auch Adobe bietet in seiner Creative Cloud einen Speicherplatz. Du hast die Wahl aus 20 GB und 1 TB, der Spaß ist aber relativ teuer und nur in Kombination mit einem Foto-Abo (Lightroom, Photoshop) erhältlich.
  • Auch ‘normale’ Clouds kommen natürlich infrage, zumal viele die Möglichkeit bieten (mithilfe eines externen Programmes), die Datensicherung zu automatisieren. Für 10€/Monat bekommst du z.B. 2 TB Speicher in Apples iCloud. Nachteil an allen Cloud-Diensten ist natürlich, dass du deine Daten in fremde Hände gibst. Dafür erhältst du jedoch eine große Sicherheit, gerade wenn du z.B. bei Apple oder Google hostest.
  • Wenn du deine Daten gern in den eigenen Händen hältst, musst du mit diesen Händen erstmal Geld zum Elektronikhändler deines Vertrauens tragen. Dann brauchst du nämlich ein so genanntes NAS (Network Attached Storage). Einfach gesagt handelt es sich hierbei um ein Festplattengehäuse mit Netzwerkanschluss, du kannst das NAS also wie einen Datenserver im heimischen Netzwerk betreiben. Für ein NAS inkl. zwei Festplatten musst du allerdings mindestens 300€ einplanen.
  • Viel günstiger ist es, einfach zwei gleiche Festplatten in deinen Rechner zu stecken und die als RAID-Verbund einzurichten. Ein RAID 1 sorgt dafür, dass die Daten, die du auf eine Festplatte schreibst, automatisch auf die zweite Festplatte gespiegelt werden. Allerdings sind zwei Nachteile offensichtlich: Wenn dir der PC komplett abschmiert, durch ein Ereignis alle Festplatten gleichzeitig über’n Deister gehen, oder dir dein Rechner geklaut wird, hast du mit einem internen RAID nichts gewonnen. Auch taugt es meist nicht für Laptops, da Festplattensteckplätze dort selten und kostbar sind.
  • Du kannst auch beides kombinieren: Ein NAS mit zwei Festplatten einrichten und dort das RAID laufen lassen. Nachteil bleibt aber, wenn das NAS physisch beschädigt wird, dann können beide Platten betroffen sein.
  • Hast du einen Router mit USB-Anschluss und noch eine externe Festplatte herumfliegen? Dann kannst du damit günstig eine Netzwerkfestplatte herstellen. Wie das geht, zeige ich dir jetzt.

Die Billiglösung – externe Festplatte als NAS

Ich schnappe mir also meine externe Festplatte, ein älteres Modell von Western Digital mit 500 GB Kapazität. Da mein Foto-Ordner momentan so um die 300 GB groß ist, habe ich aber noch genug Luft und selbst wenn – Speicherplatz kostet ja heutzutage wirklich nichts mehr. Einfach an den USB-Port des Routers anklemmen und in das Konfigurationsmenü des Routers einloggen und schon sollte die Festplatte als Netzwerkspeicher erkannt werden. Wie genau du die Einrichtung anstellst, dafür gibt es viele Youtube-Tutorials, je nachdem, welchen Router du hast.

Mit meinem Speedport Smart 3 von der Telekom hatte ich so meine Schwierigkeiten, denn im Gegensatz zu den älteren Modellen, hat die Telekom den FTP-Zugang bei den Smarts komplett gestrichen und so musste ich, um von Windows 10 auf die Festplatte zugreifen zu können, auf das Windows-eigene Samba-Protokoll zurückgreifen. Blöderweise unterstützt der Speedport nur das uralte Samba 1-Protokoll, welches von Win 10 als unsicher erkannt wird. Also musste auch hier Google für einen Workaround herhalten, aber nach einer halben Stunde war es geschafft und die Festplatte als Netzwerkspeicher eingerichtet.

Software für automatische Back-Ups

Nun brauchst du noch eine Software, die dir die eigentliche Arbeit abnimmt. Sonst könntest du auch deine externe Festplatte an den Rechner klemmen und manuell sichern. Wie oft hast du das die letzten Jahre gemacht? Siehste.

Nach kurzem Googeln habe ich mich für Ashampoo Backup Pro 14 entschieden, welches man für lau bekommt, wenn man sich für den dortigen Newsletter anmeldet (und freilich danach wieder abmeldet).

Die Software ist wunderbar selbsterklärend und führt mich Schritt für Schritt durch die Erstellung meines Backup-Plans.

Nicht verschwiegen werden sollte, dass in den allermeisten Routern nur USB 2.0 verbaut ist und Back-Ups daher ewig dauern. Daher klicke ich bei der Planerstellung auf “inkrementelle Sicherung”, die nur die neuesten Daten sichert, statt jedes Mal einen kompletten Abzug zu machen. Meine initiale Sicherung hat 20 Stunden gedauert. 😀

Die neuesten Daten werden 1x pro Tag gesichert. Wenn der PC zu dem Zeitpunkt ausgeschaltet ist, kann man noch festlegen, dass die Sicherung zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachgeholt werden soll.

Fazit

Mir ist durchaus bewusst, dass meine hier vorgestellte Datensicherung nicht unfehlbar ist. Aber sie ist zumindest mal besser als das, was ich zuvor hatte und wenn man nicht viel Geld ausgeben kann oder will, eine günstige Einstiegslösung in das Thema.

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