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Flügge sehen und sterben… und dabei Fehmarn fotografisch entdecken

Flügge sehen und sterben… und dabei Fehmarn fotografisch entdecken

Eigentlich sollte diese kleine Geschichte anders heißen, aber wie könnte ich diese sich aufdrängende Überschrift ignorieren? Eben! Vor über 50 Jahren gab jemand in Flügge sein letztes Konzert (und starb in London): Jimi Hendrix! Welches Seemannsgarn ich sonst noch für dich bereithalte, liest du, wenn du weiterliest. Klingt komisch, ist aber so.

Heimat

Ist Heimat der Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist? Oder ist Heimat der Ort, an den man sich immer zurücksehnt, im besten Fall mit einem ganzen Wanderrucksack voller Kindheitserinnerungen? Ist Heimat zwingend an den Wohnort der Familie gebunden?

Wo, bitte, geht’s zum Schaf?

Fragst du dich noch immer, wo Flügge liegt, oder hast du längst gegoogelt? Flügge liegt auf der Insel Fehmarn und seit ich denken kann, verbrachte ich dort meine Sommer und unzählige weitere Wochenenden, Dauer-Campingplatz sei Dank. Nun war ich aber schon seit 2016 nicht mehr auf diesem wunderbaren Fleckchen Erde und es hat sich doch einiges getan. Ob das nun positiv oder negativ ist, muss jeder für sich selbst beantworten.

Gestern war alles… anders!

Ich kenne die Insel seit 1989 – da war ich 4! In meiner Kindheit war es rau, teilweise abgerockt, aber eben cool abgerockt. Stürmisch und voller Freiheit und wir konnten wählen, ob wir im Meer schwimmen, oder auf dem Deich Fußball spielen und Drachen fliegen wollten. Mehr war nicht los, aber Langeweile fördert Kreativität und nur deshalb liest du jetzt diesen Beitrag.

Nicht, dass ich die Plumpsklos am Strand und die Ungeziefer auf dem heruntergekommenen Campingplatz vermissen würde, allerdings war Fehmarn eben anders. Wilder. Ungezähmter. Nicht so „normal“ wie die ganzen gekärcherten Ostseebäder mit ihren Seebrücken, solange man sich nicht an den Südstrand mit seinen Fewo-Bunkern verirrt hat. Jetzt gibt es auch an der rauen Westküste coole Strandbars mit Fritz-Kola und veganer Currywurst, kannst du auch im beschaulichen Lemkenhafen Garnelen-Lollys und Beef Tataki mümmeln, oder in der Inselhauptstadt Burg der kindlichen Langeweile mit dem Galileo-Wissenspark zu Leibe rücken.

Sommer, Sonne, Strandbistro…

Mittlerweile muss ich auch an den entlegensten privaten Schotterplätzen der Insel Parkgebühren berappen, was jahrzehntelang niemanden interessiert hat. Es wird beschränkt und ausgewrungen, was auszuwringen geht und Urlauber mit quengelnden Kindern sind ja dankbare Klientel. Es würde mich auch nicht wundern, wenn in naher Zukunft die schlechteste Fischbrötchenkette der Welt (mit Sitz auf Sylt) eine Filiale am Südstrand eröffnet, oder Steffen Henssler sein Thunfisch-Sashimi mit Blick auf den Yachthafen kredenzt. Die gleichförmige Filialisierung macht auch vor Fehmarn nicht halt.

Du merkst, das ist nicht meine Welt. Mir reicht das Meer, um der glücklichste Mensch der Welt zu sein, aber der Durchschnitts-Urlauber hat andere Ansprüche als noch vor 30 oder 50 Jahren und die Insel muss mitgehen, was aber ja auch völlig in Ordnung ist. Als meine Mutter klein war, hat noch Urlaub auf dem Bauernhof und Ponyreiten gereicht. Der Legende nach wurde diese Urlaubsart sogar auf Fehmarn erfunden.

Was aber nicht in Ordnung ist, ist das damit einhergehende Preisniveau. Seit Camping „cool“ geworden ist und auch das gut verdienende Bürgertum ihren Wohnwagen im Sommer an die Ostsee ziehen, hat das Preisniveau spürbar angezogen. Sowohl für die (Dauer-) Plätze, als aber vor allem für gebrauchte Wohnwagen. Falls man überhaupt noch Plätze kriegt, denn für den Campingplatz-Betreiber ist das Geschäft mit eigenvermieteten Holzhütten ein einträgliches. Und wer sowas nicht hat, kann ja immer noch versuchen, am Ende der Welt 8€ für nen Döner zu kassieren. Ich werde jetzt hier sicher nicht in Gentrifizierungs-Diskussionen abdriften, aber durch Camping war Urlaub in meiner Kindheit zumindest für meine Familie bezahlbar und das wäre es heute unter den gleichen Voraussetzungen nicht mehr.

Morgen wird alles… anders!

Und in Zukunft wird Fehmarn sich weiter verändern, denn die Dänen baggern gerade einen Tunnel durch den Fehmarnbelt. Ein Mammutprojekt von 18 km Länge, um København zeitgemäß an Europa anzubinden. Wer das braucht? Auf deutscher Seite sehr wenige Leute und die Mehrheit sieht das beschauliche Urlaubsidyll gefährdet, wenn mitten durch die gar nicht so große Insel eine Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke und eine Autobahn verlaufen. Zahlen wird den Spaß komplett der dänische Staat und bis 2029 will man damit schon fertig sein. Die Deutschen sollen lediglich die Hinterland-Anbindung sicherstellen, was aber bedeutet, dass beträchtliche Kilometer Bahnstrecke ausgebaut und Autobahn weitergebaut werden wollen. Und dann war da ja noch der Fehmarnsund, den man auch noch irgendwie queren muss. Vermutlich ist Deutschland dann im Jahre 2049 mit der Hinterland-Anbindung fertig, vom geplanten Fehmarnsund-Tunnel ist jedenfalls noch nichts zu sehen. Nicht mal ein Grashalm wurde bisher umgeknickt!

Weitere Probleme dieses Tunnels, der nun nach jahrzehntelangem Rechtsstreit „endlich“ gebaut wird, sind die offenbar schöngerechneten Verkehrsprognosen, der Verlust qualifizierter Arbeitsplätze auf der gesamten Insel (Fährhafen!) und die möglicherweise heruntergespielten Gefahren für die Fische in der Ostsee. Aber da schwimmt ja dank des Klimawandels (Link zu muw-nachrichten.de) eh schon nix mehr drin.

Natürlich bietet die Verbindung auch Chancen für die Insel und ihre Einwohner, aber das mit Fehmarn verbundene Lolland auf dänischer Seite ist ja auch absolut tot. Lolland hat seit 1945 sogar 1/3 seiner Einwohner verloren. Nur kühnste Fantasten glauben, dass Lolland zukünftig ein blühender Technologiestandort werden könnte, wo tausende Fehmaraner Akademikerjobs finden und mit Western Union Geld nach Hause schicken.

10 Seemeilen durch das Meer

Und dann bauen sie ausgerechnet einen Tunnel… was waren wir als Blagen fasziniert von diesem Fährhafen! Was wäre mein inneres Kind fasziniert, wenn sie wenigstens eine Brücke bauen würden… die hätte man ja zumindest etwas touristisch vermarkten können, Fehmarn wäre auf einen Schlag im gleichen Atemzug mit San Francisco, dem Viaduc de Millau, oder eben der Storebæltsbroen genannt worden. Was siehst du häufiger? Euphorische Berichte von einer Fahrt durch 20 km Finsternis, oder Bilder von schön in Szene gesetzten Brücken?

Angucken wollte ich mir den Spaß aber natürlich trotzdem mal und so durfte die Drohne kurz auf völlig legale 250 Meter steigen (*ähem*).

Die Fehmarnbelt-Baustelle von oben

Auch am Tunnelbau-Informationszentrum in Burg hatte ich ein gewisses Interesse, und sei es nur, um den PR-Dullis vor Ort mal etwas auf den Zeiger zu gehen. Leider hatte das Etablissement aus nicht nachvollziehbaren Gründen geschlossen. Dabei wollte ich mich bei der Baugesellschaft doch mal neutral und ohne grüngewaschene Hochglanz-Animationen über dieses Projekt informieren und ich hatte mich so auf wissenschaftlich evaluierte und ausgewogen aufbereitete Fakten gefreut. So sad…

So. Frei nach den Scorpions, die mal sagten, dass ihre Abschiedstournee länger dauern wird, als die Karrieren vieler anderer Bands, hast du nun das diesmal sehr ausführliche Intro überstanden und es gibt endlich Bilder zu sehen. Da die Chronologie dabei absolut keine Rolle spielt, pfeife ich auch drauf und stelle dir im Folgenden die einzelnen Spots vor, wie ich gerade Bock habe. Hast du auch (noch) Bock? Auf geht’s!

Deutschraps

Schon lange keine alberne Überschrift mehr eingestreut, wurde mal wieder Zeit… die goldene Krone blühte in ihrer ganzen Kraft und ein Zielfoto war daher naheliegend: Raps in allen möglichen Variationen, aber natürlich mit Hintergrund. Was würde sich da mehr anbieten, als DAS Wahrzeichen Fehmarns, die Fehmarnsundbrücke? Die wirst du noch öfter zu Gesicht bekommen, das kann ich dir schon mal versprechen. Erstaunlich viele Perspektiven waren nötig, bis ich so wirklich zufrieden war und es gingen bestimmt 20 km über den Tacho. Aber immer waren irgendeine hässliche Hecke oder ein Haus im Weg. Erfolg hatte ich letztlich ziemlich in der Nähe der Brücke und praktischerweise lag ein Steinhaufen direkt daneben, der mir als „Ausguck“ diente. Bootsmann Valokuva, Teleobjektiv und klarmachen zum Entern!

Die Fehmarnsundbrücke mit ausgedehnten Rapsfeldern

Bevor die Gäule vollends mit mir durchgehen, vergessen wir die Brücke für den Moment, aber da gibt es doch diese einzige Mühle der Insel in Lemkenhafen. Da muss doch irgendwo Raps sein…

Die Lemkenhafener Mühle an einem Rapsfeld

Raps gibt’s auch mit Leuchttürmen. Von diesen hat Fehmarn ganze fünf Stück, wobei nur zwei halbwegs fotogen sind: Der Leuchtturm in Flügge, den man nur nach 1,5km Fußmarsch erreicht und der Leuchtturm in Marienleuchte, der ein bisschen nach Wellblechpalast aussieht. Aber mit Raps davor geht’s schon, oder?

Leuchtturm Marienleuchte

Auch mit der Drohne konnte ich im Raps nette Motive finden, wie hier am Klausdorfer Strand. Warum nicht mal etwas abstrakter Raps? Abstrapst quasi…

Ein Rapsfeld. Von oben.

Sonnenuntergang in Großenbr..oder?

Nein, Henryk M. hat damit nichts zu tun. Ich wollte eigentlich aufs Festland nach Großenbrode, um am dortigen Hafen den Sonnenuntergang hinter der Fehmarnsundbrücke zu fotografieren. Einige hundert Meter vor dem Hafen war allerdings Endstation. „Privatweg – Durchgang verboten“… zum Hafen? Ham die ein am Kopp? Kurz überlegte ich, einfach mit der Drohne rüberzufliegen, fuhr dann aber doch lieber zurück auf die Insel und abermals zum Parkplatz direkt an der Fehmarnsundbrücke. Mit untergehender Sonne im Rücken gab es letztlich auch ein nettes Ergebnis, zumal der Sonnenuntergang an sich mal wieder unspektakulär blieb.

Die Fehmarnsundbrücke zum Sonnenuntergang

Dafür musste die Drohne wieder meine Launen aushalten. Erbarmungslos scheuchte ich das Fluggerät mitten auf den Fehmarnsund, das Flughörnchen quittierte diese Idee mit wildem Piepen, da oben war „büschen Wind“. Der Windsack an der Brücke lag in der Horizontalen, die Drohne ließ sich zeitweise gar nicht mehr steuern. Ein Erlebnis! Später am Abend sperrte man die Brücke sogar für leere LKW und Gespanne, also hatten wir mindestens Windstärke 8.

Nochmal die Fehmarnsundbrücke. Diesmal mit der Drohne bei Sonnenuntergang

Und auch eine Möwe wollte mal kurz abchecken, was das für ein blinkender und piepender Artgenosse ist.

#kraakraa

Des einen Freud…

Am zweiten Tag war fotografisch komplett tote Hose. Es zog zu, es regnete immer wieder mal und der Wind erstickte jegliche Flugambitionen mit der Drohne im Keim. Ich fuhr einfach den ganzen Tag mehr oder weniger planlos durch die Gegend. Aber des Fotografen Leid ist des Kitesurfers Freud und da Fehmarn als exzellentes Kite-Revier gilt, waren entsprechend viele von den Brüdern vor Ort. Ich hatte die Fuji X-T4 auch noch nie auf Sporttauglichkeit getestet. Fazit: Sie kann das besser als ich, ganz offensichtlich.

Ein Kitesurfer

Den Rest des Tages verbrachte ich mit Location Scouting und wurde einige Male einfach nur klatschnass.

Am Strand

Wenn eh schon Mistwetter ist, kann man auch an den Strand gehen. Dann hat man dort wenigstens seine Ruhe und kann ungestört fotografieren. Der Grüne Brink ist der nördlichste Badestrand Fehmarns und direkt neben dem gleichnamigen Naturschutzgebiet gelegen. Gerade die Vögel, die aus Skandinavien in ihre afrikanischen Winterquartiere ziehen, rasten gern in solchen Gebieten. Übrigens liegt Fehmarn aufgrund genau dieses Vogelzugs auf der Vogelfluglinie.

Am Badestrand Grüner Brink

Irgendwie wäre mehr Tele hier besser gewesen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Als ich klein war, wurde mir erzählt, dass Adolf Hitler diesen Damm in Auftrag gegeben haben soll, weil schon er eine Landverbindung nach Dänemark schaffen wollte. Was natürlich auch in die Mottenkiste des Klabautermannes gehört. Dachte ich! Im folgenden Bild siehst du den Steindamm mitten im Meer.

Der Campingplatz Puttgarden, mit Blick zum Grünen Brink und zum Hitlerdamm

Denn was dieser Damm in Wirklichkeit für einen Zweck hatte, konnte mir Google auch nicht verraten. Also befragte ich einfach das Inselarchiv und zu meiner Freude bekam ich binnen eines Tages eine Antwort von Stadtarchivar Werner Ehlers. Überraschenderweise bestätigte dieser die Legende um den Hitlerdamm und wusste weiter zu berichten:

Es ist richtig, 1941 kam es zu einem Abkommen zwischen Dänemark und Deutschland zu einer Verbindung beider Staaten. Schon 1941 begannen auf beiden Seiten die Arbeiten. Neben einer Straßenunterführung bei Strukkamp legte man eine Steinmole bei Puttgarden an.

Diese sollte einen späteren Fährhafen vor der See schützen. Mit Fortgang des Krieges wurde das Projekt auf Eis gelegt.

Werner Ehlers, Stadtarchiv Fehmarn

Vielen Dank, Herr Ehlers!

Bevor du dich wunderst, seit wann die Sonne im Norden untergeht. Tut sie nicht, das folgende Bild ist von der Westküste, aus Bojendorf. Und nein, hier wohnt kein ehemaliger britischer Premierminister.

Sonnenuntergang am Bojendorfer Strand

Strandkitsch geht immer, oder?

Strandspielereien in Puttgarden

Ein Sonnenaufgang am Marienleuchter Steg

Seit 1989 fahre ich auf diese Insel und ich war noch nie in Marienleuchte. Ein Versäumnis! Allerdings ist Marienleuchte auch einfach komplett sinnlos, wenn du dort nicht zufällig deine Ferienwohnung hast. Ein Dorf am Ende einer Sackgasse, hier fährt man nicht versehentlich hin. Ich meine, früher war die Passage der Straße auch nur für Anlieger erlaubt, was vor allem an der noch heute im Ort befindlichen Abhörstation der Bundesmarine lag. Diese hatte vor allem im Kalten Krieg gut zu tun und dürfte mittlerweile auch wieder entsprechend ausgelastet sein. Aus Gründen. Weiter südlich, in Staberhuk, gibt es noch eine Radarstadion, die ebenfalls noch in Betrieb ist.

Beim Locationscouting entdeckt…

Der Steg ist perfekt nach Nordosten ausgerichtet, was für einen sommerlichen Sonnenaufgang äußerst dankbar ist. Leider sind diese Sonnenaufgänge Mitte Mai schon echt früh, und insgeheim war ich froh, dass an Tag 2 so ein räudiges Mistwetter war, denn ich konnte früh schlafen gehen und war entsprechend ausgeruht. Der Himmel war mir zum Glück hold und die Bildgestaltung denkbar einfach. Die kürzeste Brennweite drauf, Steg mittig und Feuer frei.

Der Steg Marienleuchte zum Sonnenaufgang – mit aufgewühltem Wasser

Da ich noch nicht wusste, ob mir das Wasser rau oder glatt besser gefiel, wollte ich unbedingt noch ein Bild mit einem leichten ND-Filter machen. Kurz im Fotorucksack gekramt… Filter müde, Filter schläft im Hotelzimmer. Ich wusste doch, dass die ein Eigenleben haben und vermutlich war gestern irgendwo eine hippe Filter-Strandparty, die bis in die Puppen ging. Naja, es war noch dunkel genug und Blende 16 tat ihren Zweck genauso gut.

Der Steg Marienleuchte zum Sonnenaufgang – mit ruhigem Wasser

Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, welches mir besser gefällt.

Faszinierend…

Das Faszinierendste an Fehmarn ist seit je her der Fährhafen in Puttgarden. Jedenfalls für Kinder. Technik! Riesige Schiffe, die Autos, Lastwagen und sogar ganze Züge verschlingen! Was haben wir hier damals ganze Nachmittage zugebracht, Minigolf gespielt, unser Taschengeld in Fischbrötchen investiert und stundenlang dem Treiben zugeschaut. Im Radio hörte man nur die Wartezeit in den Ferien, die all diejenigen erleiden mussten, denen Fehmarn nicht schön genug war (selbst schuld!) und die unbedingt nach Dänemark, oder Schweden wollten. 4 Stunden Wartezeit? Kein Problem damals. Die Fahrpläne der Fähren konnten wir natürlich auswendig, damit wir auch immer rechtzeitig da waren, wenn unser Lieblingsschiff einlief. Hier siehst du die Kronprins Frederik auf dem Weg nach Rødby. Das Ding gab’s früher sogar von Lego! Hatte ich natürlich. 🙂

Die Kronprins Frederik läuft in Richtung Rødby aus

Fehmarn ist eine Insel der kurzen Wege – mehr als 20 Minuten fährt man fast nie von einem Punkt zum anderen. Ein Umstand, der mir am Morgen besonders taugte, denn von Marienleuchte nach Puttgarden fährt man nur etwas länger, als ein Frühstücksei kochen muss. Perfekt, um den Sonnenaufgang direkt nochmal anzuvisieren und noch perfekter, wenn gerade eine Fähre ausläuft.

Die Prinsesse Benedikte auf Fahrt in Richtung Rødby

Auf Butterfahrt

Manchmal durften wir sogar mitfahren, denn für schmales Geld konnte (und kann man heute noch) auch als Fußgänger die Passage nach Rødby buchen und dort entweder an Land gehen (langweilig), oder einfach auf dem Schiff bleiben, das ja nur eine Liegezeit von 30 Minuten hatte. Die Erwachsenen nutzten das Hochseeabenteuer, um sich billig mit Alkohol und Zigaretten einzudecken, denn damals war von freiem Warenverkehr innerhalb der EWG (jahaa, Freunde! So hieß das mal!) noch nichts zu sehen und man konnte auf hoher See steuerfrei allerlei Rausch- und Genussmittel erwerben. Ich hatte damals keinen Kinderausweis (wozu auch, wir sind nie geflogen), was ab und an beim Zollbeamten schon mal für irritierte Blicke sorgte. Ja, auch eine Passkontrolle musste man damals noch durchlaufen.

Die Prins Richard wird in Puttgarden beladen

Uns Kindern war die Nikotinsucht der Eltern nur allzu recht, wir hatten unseren Spaß und je herbstlicher es wurde, desto größer war unser Spaß. Nicht nur die verhältnismäßig großen Fähren boten diese Touren an, sondern auch kleine Ausflugsdampfer ab Burgstaaken, dem Fischereihafen der Insel. Diese tuckerten dann einmal um die Insel und ich kann dir sagen, dass sich Windstärke 9 auf so ner Nussschale definitiv anders anfühlt, als auf dieser großen Fähre.

…und vergänglich

Aber leider kann ich die Tage an einem Abreißkalender herunterzählen, denn der Spaß wird mit der Eröffnung des Tunnels von jetzt auf gleich passé sein. Meine Kinder werden also nie an diesem Fährhafen stehen und staunend den Autos hinterherwinken und das macht mich schon ein wenig traurig.

Und so stehe ich auf dieser Westmole, Windstärke sechs im Rücken und das Feuer des Leuchtturms Marienleuchte scheint mir ins Gesicht. Für einen kurzen Moment bin ich wieder zehn Jahre alt und einfach nur glücklich, hier zu sein.

Der Fährhafen Puttgarden mit der Schleswig-Holstein und der Kronprins Frederik

Die größte Badewanne der Welt

Gehst du an den nördlichsten Strand der Westküste, nach Westermarkelsdorf, wird dir ein riesiges Betondings auffallen, das hier schiefer als sein großer Kollege zu Pisa vor der Küste herumliegt. Das ist der Ostseestöpsel und dieser verhindert, dass die Ostsee leer läuft und Fehmarn auf dem Trockenen liegt. Noch mehr Seemannsgarn? Natürlich! In Wahrheit handelt es sich um einen Pegel, der Schiffen in den 1930er Jahren die Tiefe der Ostsee anzeigen und mit einem auf ihm montierten Licht den Weg weisen sollte. Im Packeis des Winters 1942 neigte sich der Pegel jedoch und blieb auf der Seite liegen und so liegt er da seit 80 Jahren an Ort und Stelle und Fehmarn ist um ein Kuriosum reicher.

Der Strand in Westermarkelsdorf. Im Hintergrund der Ostseestöpsel – bloß nicht rausziehen! 🙂

Mit Klaus geht’s hoch hinaus

Anders als die Geschichten, die ich dir bisher erzählt habe, lebt Klaus noch. Klaus ist quasi personifiziertes Seemannsgarn. Ob er nun stolz von seinem Jeep berichtet, den ein Familienmitglied angeblich bei ner Scheidung „gewonnen“ hat, oder zu berichten weiß, dass das Vogelschutzgebiet Wallnau früher mal der Fischzucht diente.

Das schnellste Taxi der Insel

Klaus kennt hier jeden und jeder kennt Klaus, der eigentlich aus dem Saarland kommt. Und Klaus kennt jede Geschichte um Fehmarn und jeden Quadratzentimeter Rapsfeld, denn Klaus ist der Inselpilot. Wenn du jemals einen Fernsehbericht über Fehmarn gesehen hast, kennst du Klaus bestimmt auch.

Ein Ort zum Verlieben

Klaus‘ Dienststelle ist der kleinste Flugplatz Deutschlands und dieser ist ein Kuriositätenkabinett allererster Güte. Der Tower befindet sich in einem ausrangierten Wohnwagen, vor diesem logiert – natürlich – ein Strandkorb und für Zuschauer und spontane Zaungäste stehen ausrangierte Küchenstühle bereit. Ein Holzschild verweist auf den Fehmarn International Airport, die Benzinkanister werden in einer riesigen Holzbox aufbewahrt und außer dem obligatorischen Windsack, ist das fast die einzige Ausstattung, die dieser Flughafen zu bieten hat.

Terminal 2 ist gerade im Bau… 🙂

Fehmarn von oben

Ich glaube, Klaus war etwas enttäuscht darüber, dass ich auf seine Geschichten nicht so wirklich angesprungen bin. Naja, ich kenne die halt schon alle… und ich wollte mich auf’s Fotografieren konzentrieren, weil ich natürlich einen Plan hatte. Der jedoch absolut nicht aufging! Dieser sah eigentlich vor, ein Foto/Panorama der Insel von oben zu machen, sodass ich die gesamte Insel im Bild habe. Trotz dass Klaus mich auf 1.200m Höhe brachte, hatte das alles gar keinen Sinn. Ich hätte viel höher gemusst, aber ne Cessna ist halt keine Boeing. Die Höhe war mein Wunsch, normalerweise fliegt Klaus zwischen 300 und 500 Meter Höhe, damit die Gäste auch was von der Insel sehen.

Blick in Richtung Norden. Linker Hand liegt Burg.

In so ner kleinen Möhre zu fotografieren ist gar nicht so einfach. Das geht bei der Brennweite los. Für mein Vorhaben wählte ich instinktiv das 10-24mm, stellte dann aber schnell fest, dass ich bei 10mm mehr Tragflächen und Fahrwerk, als Insel auf dem Bild habe. Auch sind die (Plastik-) Scheiben der Maschine ein Problem, denn öffnen kann man nur das Fenster auf der Pilotenseite. Dann wird es übrigens sehr schnell kalt an den Fingern, wenn man die Kamera aus dem Flugzeug hält. Auf der Seite des Co-Piloten ist das Fenster starr und noch dazu spiegelt die Scheibe im Sonnenlicht. Es hat geholfen, die Sonnenblende abzunehmen und das Objektiv ganz dicht an die Scheibe zu drücken.

Aus dem Flieger noch viel eindrucksvoller als mit der Drohne!

Und so gab es nicht DAS Foto von oben, sondern „nur“ ein paar nette Schnappschüsse. Aber hier ging Erlebnis definitiv vor Ergebnis.

Der Kleiderbügel unterm Sternenzelt

Das Spannendste hatte ich mir für die letzte Nacht aufgehoben. Nach meinem Ausflug zum Fährhafen fuhr ich abermals über die gesamte Insel, um wieder an der Fehmarnsundbrücke zu stehen, die auf den weit verbreiteten Spitznamen ‚Kleiderbügel‘ hört. Das auf dem kleinen Schotterparkplatz wild campende, instagramable Vanlife-Pärchen im T4-Bus hat zwar sparsam geguckt, als mitten in der Nacht plötzlich ein Dude mit Stativ durch die Finsternis stapfte, mich aber nicht weiter beachtet. Erstaunlicherweise habe ich dieses doch naheliegende Motiv bisher nicht wirklich im großen, weiten Internet gefunden. Zumindest nicht von meiner Position direkt am Wasser. Und das, wo doch alles angeblich totfotografiert ist…

Tja, hier muss ich wieder den alten Moltke zitieren, kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt. In diesem Fall war mein Feind eine Ansammlung sehr kleiner Wassertröpfchen. Kurz: Wolken! Natürlich das einzige Wolkenband weit und breit, das kurz nach 0 Uhr über Fehmarn aufzog. Leider wäre die Milchstraße erst gegen 2 Uhr in einer sinnvollen Position gewesen, sodass ich halt einfach irgendwelche Sterne fotografiert habe. Sieht auch gut aus.

Die Fehmarnsundbrücke bei Nacht

Vielen Dank auch an das blinkende Baustellen-Dingsbums auf der Brücke, das den Brückenbogen so wunderbar beleuchtet hat.

The end…

Und das war’s. Leider. Drei vollgepackte Tage gingen zu Ende und auf dem Heimweg wurde natürlich zuerst die Aalkate in Lemkenhafen angesteuert, um lecker Fisch für zuhause mitzunehmen. Ich hoffe, dir hat mein „kleiner“ Ausflug in meine Kindheit gefallen.

Fehmarn in a Nutshell: Sonnenschein, Kitesurfer und ein Schaf.

Wie und wo du auf Fehmarn am besten fotografieren kannst, wo genau die vorgestellten Spots sind und welches die beste Reisezeit für einen Besuch der Insel ist, liest du im nächsten Beitrag. Oder im übernächsten.

Danke, Mama, dass du mir das Jahr für Jahr ermöglicht hast. <3

7 Kommentare

Hallo Ben,
ich war tatsächlich in den Neunzigern auf Fehmarn und habe mich gern zurück erinnert. Blauäugig waren wir damals einfach spontan losgegurkt mit dem Glauben eine Unterkunft zu finden, ohne vorher zu reservieren. Kurz vor Mitternacht hat sich dann der Bewohner eines kleinen Bauernhofs bereit erklärt, uns aufzunehmen. Auch ein cooler Trip insgesamt. Vielleicht schreibe ich auch mal darüber.
Viele Grüße
Oli

Hi Ben,

mit diesem Beitrag hast du bewiesen, dass du der Ultramarathon-Blogger bist. Habe den Text sogar temporär nach Word kopiert, um mit 3.586 Wörtern die Bestätigung dafür zu bekommen. Ich mag Deutschraps (höre sogar nebenbei welchen während ich hier kommentieren) und hab mich fotografisch am Steg Marienleuchte zum Sonnenaufgang sehr erfreut. In diesem Sinne: bleib wie du bist. Idealerweise mit Nikon statt Nikotinsucht der Eltern.

Gruß
Thomas

Moin Thomas,

lieben Dank! 🙂 Ja, das wäre in zwei Teilen etwas blöd gewesen, da musstet ihr jetzt mal durch.

Ich habe gesehen, dass du ja auch fleißig an der Ostsee warst. Da schaue ich die Tage mal rein…

Grüße
Ben

Hi Ben. Fehmarn. Da war doch was. Richtig. Das Love&Peace Festival und ich war dabei. So, wie ich in dieser Zeit (1970/71) kaum ein Festival ausgelassen habe. Gab ja auch nicht viele. Um es kurz zu machen: Es war grauenvoll. Regen, Matsch, Chaos, überforderte Organisatoren, brutale Ordner und viele Bands sind einfach nicht aufgetreten, so wie Procol Harum, die ich damals besonders verehrt habe. Nun denn. Aber der Jimi. Dass es sein letzter Auftritt sein sollte, wußte damals natürlich niemand. Ich hab auch nicht viel davon mitbekommen, der Sound war schlecht und wurde vom Wind teilweise weggeweht. Das war alles so schlecht, dass ich es nicht einmal in meinem Buch (du erinnerst dich?) erwähnt habe. Naja, vielleicht füge ich mal ein Kapitel dazu, mir wird in den letzten Jahren immer wieder gesagt, was das für ein legendäres Ereignis gewesen sein sollte. War es ja nicht.

Aber jetzt: Deine Bilder sind einfach nur grandios. Ich hin wieder einmal hin und weg. Der Part mit dem Flugzeug ist herrlich! Ich freue mich immer wieder auf deine Beiträge 👍

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